Ameisenwespen (Mutillidae)

Die ungeflügelten Weibchen der Ameisewespe Mutilla europaea treten als Parasitoide in Hummelnestern auf.
© Ch. Venne
Smicromyrme rufipes parasitiert die Brutzellen der Grabwespe Oxybelus bipunctatus und einiger anderer Arten.
© Ch. Venne

Weltweit mit über 5000 beschriebenen Arten verbreitet kommen die Ameisenwespen vor allem in Regionen mit warmen Temperaturen vor. Aus Deutschland wurden bisher 10 Arten bekannt, von denen drei auch in Ostwestfalen-Lippe gefunden worden sind.

Die Spinnenameisen zeigen einen auffälligen Geschlechtsdimorphismus. Bei den Weibchen handelt es sich um flügellose, gedrungene und relativ stark behaarte Individuen. Dieser oberflächlichen Ähnlichkeit zu den Ameisen verdanken die Ameisenwespen auch ihren deutschen Namen. (In England und Amerika werden sie übrigens als „Cowkiller“ bezeichnet, was wohl auf die selbst für Menschen sehr schmerzhaften Stiche der Mutillidenweibchen zurückzuführen ist.). Die Männchen sind im Gegensatz zu den Weibchen geflügelt. Bei der Gattung Mutilla kann man auch beobachten, dass die Facettenaugen der Weibchen deutlich kleiner sind die der Männchen.

Bei den Spinnenameisen handelt es sich ausnahmslos um parasitoide Arten. In Mitteleuropa kommen als Wirte ausschließlich Stechimmen in Frage. Mutilla europaea z.B. dringt über einen selbstgegrabenen Gang in Hummelnester ein und belegt dort mit Larven besetzte Brutzellen mit ihrem Ei. Die sich entwickelnde Ameisenwespenlarve ernährt sich dann sowohl von der Hummellarve, als auch von dem Nektar- und Pollenvorrat. Vor den Stichen der Hummelweibchen sind die Mutilliden durch ihren starken Chitinpanzer, der auch dem Entomologen das Nadeln dieser Tiere erschwert, gut geschützt.

Alle Mutilliden besitzen auf dem dritten Tergit einen Stridulationsorgan. Zur Funktion gibt es verschiedene Beobachtungen und Interpretationen, wie z.B. Anlockung eines Partners oder Abweisen eines Partners durch nichtkopulationsbereite Weibchen. Als Hauptgrund für das Stridulieren wird bei den Mutilliden jedoch die Warnung vor dem mächtigen Stachel der Weibchen angesehen. Hier ist das Stridulieren zusammen mit dem oftmals auffälligem Färbungsmuster der Weibchen als Warnsignal zu betrachten.

Die häufigste und verbreiteteste Ameisenwespe in Ostwestfalen ist Smicromyrme rufipes. Die Art ist deutlich kleiner als die in Westfalen ebenfalls nachgewiesene Mutilla europaea und wird aufgrund ihrer sehr großen Ähnlichkeit zu Ameisen wahrscheinlich häufig übersehen. Als Wirte für diese Art sind eine Reihe verschiedener Grabwespen, wie z.B. Oxybelus bipunctatus, bekannt. Smicromyrme rufipes und ihre Wirte sind vor allem in xerothermen Sandhabitaten anzutreffen, wo sie oft gemeinsam mit der Spinnenameise Myrmosa atra auftritt. Beide Arten sind sich in Aussehen und Lebensweise recht ähnlich.